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Kraft der Veränderung

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  • #10868
    Anna Maria Peyer
    Teilnehmer

    Ich habe mich in den letzten Tagen wie auf einer schwankenden Hängebrücke gefühlt. Die Perspektive, durch die Zen Praxis eine neue Art von Sicherheit, Selbstvertrauen und Stabilität zu finden, tut mir gut. Auch das Zitat von Suzuki Roshi: „Du bist zutiefst aus dir selbst heraus unterstützt.“

    #10880
    Sonja Möller
    Teilnehmer

    Liebe Nicole / Tatsudo Roshi,
    liebe Mit-Praktizierende,

    das heutige Thema fordert mich in ganz besonderer Weise heraus. Wenn ich mir beispielsweise eine Blüte anschaue, fällt es mir nicht schwer, die Allgegenwart der Veränderung zu erkennen… die Entwicklung von der Knospe zur welken Blüte, deren Blätter zu Boden fallen, lässt von Tag zu Tag, ja sogar von Stunde zu Stunde oder von Moment zu Moment Veränderung und Vergänglichkeit erkennen. Dann kann ich sagen „Ja, klar. Alles ist Veränderung.“

    Ganz anders sieht es aus, wenn die Veränderung mich selbst unmittelbar betrifft und eine Entwicklung in eine Richtung bedeutet, die nicht meinen Vorstellungen entspricht. Dann wird alles ganz eng. Mein Fokus verengt sich und kann kaum noch etwas anderes sehen. Mein Herz wird eng und kann kein oder kaum noch Mitgefühl mehr empfinden. Ich möchte gegen das ankämpfen, was ich nicht gut finde. Und wenn das nicht möglich ist, mich abschotten, um den Schmerz nicht mehr zu spüren, den ich angesichts der Veränderung empfinde.

    Passend zum heutigen Thema wurde direkt auch noch die praktische Aufgabe für mich mitgeliefert. Bis jetzt plädiert die Mehrzahl der Antworten auf Nicoles Frage nach einer Woche Pause eben für diese Pause. Etwas was mir überhaupt „nicht in den Kram passt“. Für mich hat Nicole in diesem Kurs bisher in wundervoller Weise all die Praxisanweisungen und -elemente, die mir in den vergangenen Jahren begegnet sind und mich oftmals herausgefordert und verwirrt haben, strukturiert und handhabbar gemacht. Vor einigen Jahren habe ich mal das Bild eines Bahnhofs gebraucht, wo ständig ein anderer Zug auftaucht und bevor ich weiß, wohin er fährt und ob ich einsteigen möchte, kommt bereits der nächste. In den vergangenen zwei Wochen hatte ich wiederholt das Gefühl, mit dem Online-Kurs den Fahrplan samt Streckenbeschreibung zu bekommen. Im Grunde fühlte ich mich tagtäglich dort abgeholt, wo ich gerade stehe. Von Herzen danke dafür, liebe Nicole / Tatsudo Roshi! Und jetzt soll das einfach so für eine Woche unterbrochen werden? Und damit das Seminar nicht mehr vor dem Hannover-Seminar zu Ende sein, sondern sich damit überschneiden. Alles ist Veränderung! Und alles in mir rebelliert dagegen. Im ersten Block sagte Nicole in einem der Audios, Zen-Praktizierende seien Loslass-Profis. Das hat gesessen!!! Schon damals und jetzt erst recht!

    Festhalten kann ich gut… aber loslassen? Ja, wenn ich meinen Kleiderschrank ausmiste. Meinetwegen auch den Küchenschrank oder das Bücherregal. Ganz anders sieht es bei Vorstellungen und persönlichen Beziehungen aus. Sicherlich kommt da auch biografisches ins Spiel…

    Heute tue ich mich schwer damit, mich auch nur an die heutige Übung zu erinnern. Das dürfte einer der Punkte sein, wo aus Schmerz Leiden wird. Wie kann ich lernen, dieses optionale eine Option sein zu lassen, die ich nicht ziehe? Vor allem nicht automatisch.

    Herzliche Grüße
    Sonja

    #10901
    elkekruseweiss
    Teilnehmer

    Zum „alles ist Wandel“ habe ich Fragen/Anmerkungen: manchmal scheint es mir fast schon resignativ zu sein, die Dinge und Vorgänge in ihrem Wandel so einfach „anzunehmen“. Psychologisch gesprochen: was mache ich mit meiner Wut oder meiner Angst etc. dabei? Womöglich sind das die Aspekte, um die es geht beim „alles ist Wandel“: wahrnehmen, erforschen meiner Widerstände, meiner Gewohnheiten rund um den Wandel bzw. das Festhalten?!
    Danke, liebe Nicole für dieses Seminar und dein dichte, klare Sprache und Präsentationsweise und die vielen Möglichkeiten, mich damit zu verbinden.

    #10907
    Kiara
    Teilnehmer

    Hallo Nicole,
    Danke für deinen Vortrag „4. Wahrnehmungs-Wendepunkt: Alles ist Wandel“. Könntest du mir ein Beispiel für deine Aussage geben? „Das Feld des Geistes wird selbst ein neuer Bezugsrahmen.“
    Mir würde das sehr helfen 🙂 Vielen Dank!
    Viele Grüße
    Kiara

    #10915
    Christine.Ingram
    Teilnehmer

    Liebe Nicole,
    ich reihe mich hier in die Reihe der Fragenden ein. Mit dem Thema Veränderung hast du auch bei mir den Nerv getroffen. Wer bin ich wenn sich alles ändert? Du fragst: was bin ich? Eine Frage, die mich seit langem umtreibt und auf die ich keine Antwort finde.

    Wer oder was bin ich, wenn ich bei vollem Bewusstsein mit einer Pampers im Bett im Pflegeheim liege? Und nicht mit 80 am Ende eines vollen Lebens und/oder halb wegdämmernd.

    Ich frage dies ganz bewusst, weil es nur ein Windstoß bedarf und ich dieser Situation näher bin als euch im Schwarzwald besuchen zu können. Mir wurde vom Leben sehr viel genommen. Sehr viel, was vorher für mich stimmig war. Ich fühle mich wie in Stücke gesprengt.

    Wer oder was bin ich, wenn ich fast nichts tun (Und das ist wörtlich zu nehmen) kann und ich damit gefüttert, gewaschen, angezogen etc. werden muss? Natürlich kann ich auch jetzt mein Ego füttern, in dem ich mich mit der Krankheit identifiziere, mich selbst loben wie gut ich doch noch alles psychisch über lebe usw., aber das möchte ich nicht.
    Ich habe erlebt, wie bei allem was mir genommen wurde, ein Teil von mir gestorben ist. Ich hätte früher nie gedacht, dass durch mein Tun Meine Identität geschaffen wurde. Ich habe getan, was ich liebte, und habe mich gekleidet/hergerichtet wie es stimmig für mich war. Ich war da bei mir. Nun fühle ich mich unstimmig, nicht ganz. Und nun? Wer ist der Mensch, wenn nichts mehr ist?

    Nachdenklich, aber herzlich
    Christine

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