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Antwort auf: zum rilke gedicht

#11477
Christine.Ingram
Teilnehmer

Hallo Eveline,

Ich halte, dass etwas im Griff sein kann, für eine Illusion des Geistes. Ich kann gleich eine Tomate schneiden und alles ist möglich: von einem Salat bis zu einem Finger, der ab ist. Ich fahre zu einer Freundin und alles ist möglich: Ein wunderbarer Abend bist du einem schweren Unfall, Pflegefall oder gar Tod. Der Geist gaukelt mir , und zwar immer wieder, etwas anderes vor: Ich lebe in der Erwartung, dass das passiert, was ich mir vorstelle. Es gibt aber nur ein Jetzt.

Früher habe ich losgelassen, weil ich dann vertraute, das es schon gut wird, also aus Mut und Zuversicht heraus. Lebenserfahrung lehrt mich, das nicht alles immer gut wird – zumindest nicht in den klassischen Kategorien gedacht. Die Dinge passieren halt wie sie passieren. Ich habe eine Freiheit darin gefunden in der Art, wie ich mich zu den Dingen stelle, die passieren. Das ist meine Handlungsfreiheit. Ich kann an allem wachsen, wenn ich mich nicht dagegen sperre.
Und zum Glück ist glücklich sein nicht von den äußeren Zuständen abhängig (zumindest nach meiner Erfahrung). Erst im loslassen öffnet sich (-für mich-)das Tor zum glücklich sein.

Und trotzdem möchte ich am liebsten den Schmerz vermeiden, der kommt, wenn die unangenehmen Dinge des Lebens bei einem Gast werden. Wie ich darin Gleichmut entwickeln kann, ist mir noch ein Rätsel.
Herzliche Grüße
Christine