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Antwort auf: Kraft der Veränderung

#10915
Christine.Ingram
Teilnehmer

Liebe Nicole,
ich reihe mich hier in die Reihe der Fragenden ein. Mit dem Thema Veränderung hast du auch bei mir den Nerv getroffen. Wer bin ich wenn sich alles ändert? Du fragst: was bin ich? Eine Frage, die mich seit langem umtreibt und auf die ich keine Antwort finde.

Wer oder was bin ich, wenn ich bei vollem Bewusstsein mit einer Pampers im Bett im Pflegeheim liege? Und nicht mit 80 am Ende eines vollen Lebens und/oder halb wegdämmernd.

Ich frage dies ganz bewusst, weil es nur ein Windstoß bedarf und ich dieser Situation näher bin als euch im Schwarzwald besuchen zu können. Mir wurde vom Leben sehr viel genommen. Sehr viel, was vorher für mich stimmig war. Ich fühle mich wie in Stücke gesprengt.

Wer oder was bin ich, wenn ich fast nichts tun (Und das ist wörtlich zu nehmen) kann und ich damit gefüttert, gewaschen, angezogen etc. werden muss? Natürlich kann ich auch jetzt mein Ego füttern, in dem ich mich mit der Krankheit identifiziere, mich selbst loben wie gut ich doch noch alles psychisch über lebe usw., aber das möchte ich nicht.
Ich habe erlebt, wie bei allem was mir genommen wurde, ein Teil von mir gestorben ist. Ich hätte früher nie gedacht, dass durch mein Tun Meine Identität geschaffen wurde. Ich habe getan, was ich liebte, und habe mich gekleidet/hergerichtet wie es stimmig für mich war. Ich war da bei mir. Nun fühle ich mich unstimmig, nicht ganz. Und nun? Wer ist der Mensch, wenn nichts mehr ist?

Nachdenklich, aber herzlich
Christine