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Antwort auf: Kraft der Veränderung

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Sonja Möller
Teilnehmer

Liebe Nicole / Tatsudo Roshi,
liebe Mit-Praktizierende,

das heutige Thema fordert mich in ganz besonderer Weise heraus. Wenn ich mir beispielsweise eine Blüte anschaue, fällt es mir nicht schwer, die Allgegenwart der Veränderung zu erkennen… die Entwicklung von der Knospe zur welken Blüte, deren Blätter zu Boden fallen, lässt von Tag zu Tag, ja sogar von Stunde zu Stunde oder von Moment zu Moment Veränderung und Vergänglichkeit erkennen. Dann kann ich sagen „Ja, klar. Alles ist Veränderung.“

Ganz anders sieht es aus, wenn die Veränderung mich selbst unmittelbar betrifft und eine Entwicklung in eine Richtung bedeutet, die nicht meinen Vorstellungen entspricht. Dann wird alles ganz eng. Mein Fokus verengt sich und kann kaum noch etwas anderes sehen. Mein Herz wird eng und kann kein oder kaum noch Mitgefühl mehr empfinden. Ich möchte gegen das ankämpfen, was ich nicht gut finde. Und wenn das nicht möglich ist, mich abschotten, um den Schmerz nicht mehr zu spüren, den ich angesichts der Veränderung empfinde.

Passend zum heutigen Thema wurde direkt auch noch die praktische Aufgabe für mich mitgeliefert. Bis jetzt plädiert die Mehrzahl der Antworten auf Nicoles Frage nach einer Woche Pause eben für diese Pause. Etwas was mir überhaupt „nicht in den Kram passt“. Für mich hat Nicole in diesem Kurs bisher in wundervoller Weise all die Praxisanweisungen und -elemente, die mir in den vergangenen Jahren begegnet sind und mich oftmals herausgefordert und verwirrt haben, strukturiert und handhabbar gemacht. Vor einigen Jahren habe ich mal das Bild eines Bahnhofs gebraucht, wo ständig ein anderer Zug auftaucht und bevor ich weiß, wohin er fährt und ob ich einsteigen möchte, kommt bereits der nächste. In den vergangenen zwei Wochen hatte ich wiederholt das Gefühl, mit dem Online-Kurs den Fahrplan samt Streckenbeschreibung zu bekommen. Im Grunde fühlte ich mich tagtäglich dort abgeholt, wo ich gerade stehe. Von Herzen danke dafür, liebe Nicole / Tatsudo Roshi! Und jetzt soll das einfach so für eine Woche unterbrochen werden? Und damit das Seminar nicht mehr vor dem Hannover-Seminar zu Ende sein, sondern sich damit überschneiden. Alles ist Veränderung! Und alles in mir rebelliert dagegen. Im ersten Block sagte Nicole in einem der Audios, Zen-Praktizierende seien Loslass-Profis. Das hat gesessen!!! Schon damals und jetzt erst recht!

Festhalten kann ich gut… aber loslassen? Ja, wenn ich meinen Kleiderschrank ausmiste. Meinetwegen auch den Küchenschrank oder das Bücherregal. Ganz anders sieht es bei Vorstellungen und persönlichen Beziehungen aus. Sicherlich kommt da auch biografisches ins Spiel…

Heute tue ich mich schwer damit, mich auch nur an die heutige Übung zu erinnern. Das dürfte einer der Punkte sein, wo aus Schmerz Leiden wird. Wie kann ich lernen, dieses optionale eine Option sein zu lassen, die ich nicht ziehe? Vor allem nicht automatisch.

Herzliche Grüße
Sonja