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Antwort auf: Vorstellungsrunde

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IngoHeindirk
Teilnehmer

Hallo zusammen,
gerne stelle ich mich vor. Beim Auftakt-Meeting war ich zwar dabei, aber leider stumm wie ein Fisch, da mein Mikrofon nicht so recht wollte.
Ich heiße Ingo und wohne in Bietigheim bei Rastatt/ Karlsruhe. Sehr stark bin ich mit der Praxis des Tai Ji Quan verbunden und lerne dort seit mittlerweile über 20 Jahren. Viele Jahre Praxis und auch Studium vor Ort in Zentralchina. Nach meinem letzten Rückflug aus China im September hatte ich einen längeren Aufenthalt in Shanghai und habe dort „rumgesessen“. Ich sah dort ein größere Gruppe an Menschen die in einem Shop saßen. Nach und nach gingen einzelne Personen zu einem Menschen in einem braunen Gewand, verneigten sich und sprachen dann mit ihm. Irgendwie hat mich das angesprochen, ich goggelte und stieß auf Thich Nhat Hanh. Im Januar war ich dann zu einem Seminar im EIAB. Während Corona bin ich wieder auf Zen und Zazen aufmerksam geworden. Wieder aufmerksam geworden, weil ich schon früher in Kontakt mit der Zen-Praxis kam. Damals hatte ich mich aber wieder abgewandt, weil vielleicht die Zeit dafür noch nicht gekommen war.
Da ich Schüler der daoistischen Praxis bin hatte ich anfänglich große Bedenken, mich auch der buddhistischen Praxis zuzuwenden. Ich wollte kein Patchwork 🙂 Nun sehe ich jedoch, dass vieles sehr leicht an einen richtigen Platz fällt und sich fügt. Insgesamt also eher ein fruchtbares Verbunden-Sein.
Dieser 6-Wochen Kurs ist für mich eine wunderbare Möglichkeit mich „spielerisch“ wieder der täglichen Praxis zu nähren. Ich sage bewusst „spielerisch“, da ich in mir auch eine große Befürchtung habe, dass meine Praxis (wieder) eher eine Vermeidung notwendiger Schritte wird. Ich habe da so einiges erlebt und bin diesbezüglich sehr aufmerksam. Kurz zusammengefasst erschien es mir so, als wenn ich damals einige Stufen überspringen wollte und direkt die Gewaltfreiheit leben wollte. Mittlerweile meine ich aber eher, dass ein gesundes Maß an Aggressivität durchaus menschlich ist. Was man sich alles so ausdenken kann… 🙂 Nun, ich möchte mich jetzt einfach nochmals mit einer anderen Intention dem Zen nähren.
Schön wäre es, wenn der Kurs mir helfen würde, mich selber besser zu erkennen und weniger zu täuschen.
Was mich momentan sehr beschäftigt ist vielleicht sehr profan. Ich möchte es aber dennoch gerne teilen: Wie kann ich damit umgehen, wenn ich eine Abneigung gegenüber anderen Menschen wahrnehme? Es hilft mit durchaus schon, wenn ich meinen Intoleranz toleriere. Genauso, wie ich auch mal auf den Verzicht verzichte und gelegentlich Fleisch esse. Es bleibt aber sehr unangenehm, d.h. ja, ich nehme wahr, dass ich anscheinend noch nicht vollständig und wirklich verstanden habe, dass wir alle aus einer Quelle kommen. Okay, andererseits möchte ich mich schon in eine „gute“ Richtung entwickeln. Anders ausgedrückt: Wie weit kann man sich in der bedingten Realität austoben? Wie weit geht ein gesundes Ego, d.h. wie weit sollte es gepflegt werden? Oder ist es einfach nur Quatsch? Ich habe die starke Vermutung, dass mein Weg mich auch durch eine recht profane, sehr weltliche und unheilige Alltagsrealität führt. Nun, vielleicht hilft auch Geduld und weiter Erfahrungen zu machen…
Ich freue mich auf die weitere Praxis. Die täglichen Praxisanregungen auf der Tonspur finde ich super und sie helfen mir sehr.
Sorry, falls ich etwas viel geschrieben habe.
Liebe Grüße aus dem Badischen!
Ingo